Puls

Dunkelflitzer

Puls (engl. Cell) ist der Titel eines apokalyptischen Horror-Romans von Stephen King aus dem Jahre 2006, der im Scribner-Verlag erschienen ist. Die Übersetzung ins Deutsche von Wulf Bergner veröffentlichte der Heyne Verlag kurze Zeit später.

Handlung

Durch ein mysteriöses Signal, das plötzlich über das Mobilfunknetz verbreitet wird, werden alle Menschen, die mit einem Handy telefonieren, ihres Verstandes und ihrer Menschlichkeit beraubt. Die so veränderten Menschen beginnen sofort damit, gnadenlos und extrem gewaltsam andere Menschen umzubringen. Die Welt versinkt in einem Chaos aus zerfetzten Leichen, zerstörten Fahrzeugen und explodierten Tankanlagen.

Drei Überlebende der Katastrophe, zwei Männer und ein junges Mädchen, retten sich aus Boston und schlagen sich nach Norden durch. Unterwegs können sie das Verhalten der Phoners, wie die Handyverrückten genannt werden, beobachten: Waren diese zunächst wahnsinnig und gingen aufeinander los, organisieren sie sich in den nächsten Tagen in so genannten Schwärmen. Sie scheinen immer noch ohne individuelles Bewusstsein zu sein, bilden jedoch eine Art kollektives Bewusstsein, wie man es von Bienenschwärmen her kennt: Sie ziehen im Gleichschritt durch die Straßen, plündern Supermärkte, um sich Nahrung zu verschaffen. Nachts versammelt sich der Schwarm zum Schlafen, in riesigen Ansammlungen auf Sportplätzen, wobei sie von Musik berieselt werden. Die Phoners bilden mit der Zeit telepathische Fähigkeiten aus, womit sie die Musik an ihren Schlafplätzen steuern, und den normalen Menschen Träume schicken und deren Handeln beeinflussen können.

Der Gruppe, inzwischen verstärkt durch einen Schulleiter und einen seiner Schüler, gelingt es, einen schlafenden Schwarm im Sportstadion einer Privatschule mit zwei Propangaslastern in die Luft zu jagen. Das kollektive Bewusstsein der Phoner fokussiert sich in einem Anführer, einem Schwarzen in einem Harvard-Sweatshirt. Er erklärt sie und eine weitere Gruppe, die einen Schwarm getötet hat, zu „Unberührbaren“, was die Normalgebliebenen sowie die Phoners davon abhält sie in irgendeiner Form anzugreifen.

Die Phoner benutzen ihre telepathischen Fähigkeiten, um die überlebenden Normalen in eine Region zu treiben, und gaukeln ihnen vor, dass sie in diesem Gebiet frei leben könnten. In Wahrheit werden die Leute, die in diese Region kommen, durch ein Empfangsportal geschleust, wo ihnen mit telepathischem Nachdruck angeboten wird, noch ein letztes Mal einen Anruf tätigen zu dürfen, sodass sie ebenfalls den Puls empfangen und ebenfalls zu Phonern werden.

Die Gruppe trifft inzwischen die anderen Schwarmkiller und macht sich telepathisch gezwungen ebenfalls zu dieser Region auf. Die Gruppe wird – ohne den obligatorischen Handyanruf – hineingezwungen. Auf einem Messegelände sammeln sich die eingetroffenen Phoners, um am nächsten Tag dem Femegericht beizuwohnen. Als sie in der Nacht wieder in ihrem kollektiven Schlaf liegen, kann die Gruppe der Unberührbaren einen Bus mit Sprengstoff in ihre Mitte bringen, den sie durch ein Handy zünden.

In einer Explosion wird fast der ganze Schwarm getötet. Das kollektive Bewusstsein wird dadurch ausgelöscht und mit ihm die telepathische Macht der Phoner.

Die Gruppe verlässt, unbehelligt durch einzelne desorientiert herumtaumelnde Phoners, den Platz und hofft auf eine neue Zukunft.